Lernen lernen


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Der Arbeitsplatz

1. Gestaltung und Bestandteile

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2. Schreibtisch: Kern des Arbeitsplatzes

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Die Zeiteinteilung

1. Planungsphase: "Teile und herrsche!"

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2. Zeitrahmen setzen

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3. Pausen ernst nehmen!

Pausen-Typ Dauer Unterbrechung des Lernens
Unterbrechung 1 Minute nach 10 Minuten; nach Bedürfnis
Mini-Pause 5 Minuten nach 30 Minuten
Kaffee-Pause 15-20 Minuten nach 2 Stunden
Erholungspause 1 bis 2 Stunden nach 4 Stunden

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Methode des zeitgesteuerten Auswendiglernens

1. Das Gedächtnis

Die wichtigste Aufgabe des Gedächtnisses ist das Vergessen. Wir würden verrückt (wirklich!), wenn wir uns an alles erinnern würden, was wir wahrnehmen. Das Gedächtnis schottet sich in drei Stufen ab:

  1. UKZG - Das Ultrakurzzeitgedächtnis ist vergleichbar mit Wellen auf dem Teich: Ein Sinneseindruck ruft die Schwingungen hervor, und nach ungefähr 20 Sekunden sind die Wellen verebbt; die Information ist verloren.
  2. KZG - Das Kurzzeitgedächtnis speichert die Information in einem "weichen" Molekül, es kann z.B. mit einer Kartoffel für den Kartoffeldruck verglichen werden. Nach ungefähr 30 Minuten ist es "verschrumpelt" und die Information verloren.
  3. LZG - Im Langzeitgedächtnis geht nichts mehr verloren, ein "festes" Molekül beinhaltet die Information; es kann aber verschüttet und durch andere, "wichtigere" Informationen überlagert werden. Sie ist noch da, wir "finden sie nur nicht".

Man merkt sich sofort, was für den Alltag wichtig ist. Bilder und Geschichten kann man sich leichter merken als Silben und Wörter. Gezielt und absichtlich kann man eine Information ins LZG bringen, indem man sich bewusst erinnert, kurz bevor sie vergessen ist. Das Gedächtnis begreift dann, dass sie wichtig ist, und setzt sie in die nächste Gedächtnisstufe: "Die Welle formt einen Druckstock, der Druckstock druckt direkt ins Hirn."

Aber auch im Langzeitgedächtnis kann man den Zugriff und damit das langfristige Erinnern gezielt ermöglichen, indem man in größer werdenden Zeitabständen wiederholt. Sinnvoll ist eine Verdoppelung der Abstände: 1 Tag, 2 Tage, 4 Tage, 8 Tage, 16 Tage - Schluss!

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2. Gedichte auswendig lernen

Gedichte und Balladen lassen sich mit dem zeitgesteuerten Lernen in unglaublich schnell ins Gedächtnis bringen. Man muss nur etwas Gefühl für die Zeiten der Gedächtnisstufen entwickeln und mit voller Konzentration zu Werke gehen.

Es ist wirklich verblüffend, wie sicher das Wiedergeben klappt. Wenn man eine Zeile vergessen hat, kann es entweder zu lange gedauert haben oder die Konzentration ist nicht groß genug. Aber insgesamt verblüfft das zeitgesteuerte Lernen so sehr, dass einige meiner Schüler von einem "Wundermittel" gesprochen haben, als wir im Chor gesprochen und still auf Kommando wiederholt haben.

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3. Vokabellernen aus dem Buch

Wer gut Vokabel lernen kann, hält sich meist automatisch an die Zeiten der Gedächtnisstufe:

Man liest eine Vokabel und wiederholt sie im Kopf (sie ist im UKZG). Wer dies zu lange, z.B. mit 10 Vokabeln hintereinander macht, hat die ersten schon vergessen (UKZG: 20 Sekunden). Man beschränkt sich aus Erfahrung auf vier bis sechs Vokabeln, bevor man diese mit abgedeckter Übersetzung wiederholt. Dann prägt man sich die nächsten vier bis sechs Vokabeln ein. Ist man mit allen zu lernenden Vokabeln durch, hat man sie alle im KZG (30 Minuten). So systematisch geht das auch schnell - 25 Vokabeln sind in 5 Minuten im KZG!

Manche fragen sich dann eine viertel Stunde lang "kreuz und quer" ab - es ist aber nicht sicher, ob man sie dann in zwei Stunden noch weiß. Viel wirksamer (und weniger Arbeit!) ist es, jetzt zehn Minuten Pause zu machen (Eieruhr!) und dann alle noch einmal zu wiederholen (3 Minuten!). Der Trick ist, dass man sie nach der Pause noch weiß, das Gedächtnis sich aber anstrengen muss, um sie zu erinnern. Dadurch hält es die Information für wichtig und setzt sie in die nächste Gedächtnisstufe, ins LZG. Dann weiß man sie garantiert auch noch am nächsten Tag!

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4. Aufgabe der Lernkartei

Wer gut Vokabeln lernen kann und nur für die nächste Arbeit lernt, der braucht keine Lernkartei.

Wer aber in der Oberstufe einen großen Wortschatz und gute Noten haben will oder wer für sich und seine Sprachkenntnisse lernt, der sollte die Lernkartei benutzen. Mit ihr wird die Vokabel oder eine andere Information in größer werdenden Zeitabständen wiederholt und gezielt im LZG verankert. Dadurch kann man sich auf Jahre hinaus sicher an die Vokabel oder an die Information erinnern.

Die Lernkartei ist ein Karteikasten mit fünf Fächern, die jeweils doppelt so groß sind wie das vorhergehende: 1 cm, 2 cm, 4 cm, 8 cm, 16 cm, sie ist also ein 31 cm langer Karteikasten. Gedacht ist daran, dass es dabei doppelt so lange dauert, bis ein Fach voll ist, und dann dieses wiederholt wird. Das Problem dabei ist, dass man nicht immer gleichmäßig viele Karten lernt oder wiederholt; man müsste eigentlich auf jede Karte ein Datum schreiben und dies bei jedem Wiederholen erneuern. Es geht aber auch etwas weniger genau, indem man abschätzt, wie lange die Karten schon in dem Fach liegen.

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5. Arbeiten mit der Lernkartei

Auf die Vorderseite der Karteikarte kommt immer die Frage, auf die Rückseite die Antwort.

Das sorgfältige Beschriften (!) der Karteikarten genügt oft schon, um die Karte am nächsten Tag noch zu kennen (das Lernen aus dem Buch wird überflüssig, man schaut noch mal durch die neuen Karten).

Beim Karteikasten ist das kleinste Fach das Fach 1, und man stellt den Karteikasten so, dass Fach 1 vorne und das größte Fach, das Fach 5, hinten ist.

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6. Rechtschreibung mit der Lernkartei

Für jeden Fehler der Rechtschreibung nehmen wir eine eigene Karte. Auf die Vorderseite schreiben wir ein großes Fragezeichen als Hinweis, dass uns diese Karte von jemandem diktiert werden muss. Auf die Rückseite schreiben wir die richtige Schreibweise und unterstreichen die Stelle, an der wir den Fehler gemacht haben.

Einfache Fehler

Bei Wörtern, die immer so geschrieben werden, genügt es, nur das Wort auf die Rückseite der Karteikarte zu schreiben. Dies ist oft der Fall, wenn der Fehler im Inneren des Wortes aufgetaucht ist.

Beispiele: Vorderseite Rückseite
Fehler: einfaches "l": ? vielleicht
Fehler: "v" statt "f":

?

fertig
Fehler: "mpf" statt "nf": ? Vernunft
Fehler: "ch" statt "sch": ? erwischt

Fehler mit Erklärung

Bei vielen Fehlern können wir uns die richtige Schreibweise erklären, indem wir eine Regel dazu schreiben oder eine Wortform, in der wir den richtigen Buchstaben besser hören. Je mehr Regeln wir kennen, desto besser können wir uns die Schreibweise erklären.

Beispiele: Vorderseite Rückseite  
Fehler: "eu" statt "äu":

?

häufig (Haufen)
Fehler: "t" statt "d": ? Wald (Wälder)
Fehler: "t" statt "d": ? dlich (führt zum Tode)
Fehler: klein statt groß: ? Umleitung (alle Wörter auf -ung groß!)

Kontextfehler

Bei vielen Wörtern hängt es vom Kontext (der Text "drumrum", der Zusammenhang) ab, wie das Wort geschrieben wird. Dann müssen wir auch aus dem Text, in dem wir den Fehler gemacht haben, den Kontext mit abschreiben - so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Bei vielen Fehlern der Groß-/Klein-Schreibung ist ein Zusammenhang notwendig!

Beispiele: Vorderseite Rückseite
Fehler: "d" statt "t": ? seit zwei Tagen
Fehler: klein statt groß:

?

Er sagt, dass Schwimmen Spaß macht.
Fehler: "n" fehlt: ? eine Höhe von einhundert Metern
Fehler: groß statt klein: ? die Dame von gegenüber

Zeichensetzung und da(s/ss)

Bei falscher Zeichensetzung schreiben wir auf die Vorderseite als Überschrift "Setze alle Zeichen" (S. a. Z.) und als Text den vollständigen Satz, allerdings ohne ein einziges Satzzeichen. Ein falsches da(s/ss) kann auf der Vorderseite exakt so wie hier geschrieben werden. Auf die Rückseite schreiben wir den gleichen Satz, aber mit allen Satzzeichen und der richtigen Schreibweise von "das" oder "dass". Nicht vergessen, die Stelle zu unterstreichen, an der wir den Fehler gemacht haben!

Beispiel-Fehler: Ein fehlendes, ein überflüssiges Komma und zweimal falsche Schreibweise von "das/dass"

V: Die Kinder spüren da(s/ss) nicht nur da(s/ss) Empfangen von Geschenken erfreut sondern da(s/ss) auch da(s/ss) Geben glücklich macht

R: Die Kinder spüren, dass nicht nur das Empfangen von Geschenken erfreut, sondern dass auch das Geben glücklich macht.

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