Internet - das Netz der Netze
Vernetzung von verschiedenen Netzen - Netz der
Netze
Verkabelung von Computern
Was ist ein "Computernetz"? a) Mindestens zwei Computer, b) eine
Netzwerkkarte pro Computer zum Anschluss eines Kabels, c) ein spezielles
Kabel zwischen den Computern und d) ein Programm, das den Austausch von
Daten ermöglicht - das sind die Voraussetzungen, um ein Netz herzustellen.
Schulungskräfte stellen Texte allen Teilnehmern zur Verfügung,
Arbeitsgruppen arbeiten gleichzeitig an einem Projekt, die Kasse führt
Buch über die verkauften Lagerbestände, Angestellte verwenden
den gleichen, teuren Drucker, Wissenschafler tauschen Ergebnisse aus -
die Anwendungen sind schier grenzenlos.
Alles bezahlt!
Unternehmen, Universitäten oder Verwaltungen verkabeln die Computer
in ihren Gebäuden. Die Kabel werden dabei einmal bezahlt und liegen
dann meist in der Wand, bis sie erneuert werden müssen. Ansonsten
entstehen keine laufenden Kosten - alle Angestellten können die Leitungen
gebührenfrei nutzen; die Firma hat investiert.
Und weiter verkabeln...
Stellen wir uns nun die Universität Gießen vor, die mit einer
Universität in Amerika Verbindung haben möchte. Sie braucht deshalb
kein Kabel durch den Atlantik zu legen - das könnte sie auch gar nicht
bezahlen. Es genügt im Prinzip, eine Leitung zu der Universität
Frankfurt zu legen und vielleicht eine nach Kassel. Diese wiederum unterhalten
Verbindungen nach - egal - München oder Hannover usw. Jede Organisation
kann die Verbindungen der anderen Organisationen mitbenutzen und gewährleistet,
dass die eigenen Verbindungen durch die anderen nutzbar sind. - So entsteht
eine Vernetzung zwischen den Nezten, ein Netzwerk der Netze, das
niemandem mehr gehört.
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Verbindungen zwischen den Netzen mieten - Provider
als Vermieter
Profis für die Fernverbindung
Es wäre natürlich ungerecht, wenn eine Organisation dann
die Leitung über den Atlantik - egal ob per Ozeankabel oder per Satellit
- bezahlen müsste und alle anderen diese mitbenutzen. Deshalb gibt
es die sogenannten Provider, die solche Hauptverbindungen unterhalten
und vermieten. Ein Provider wirbt mit einer möglichst hohen Kapazität
seiner Leitung (wer hat das dickste Kabel) und mit möglichst vielen
Anschluss-Stellen (Point of Presence - oder kurz: POP). Er berät und
unterstützt auch in Fragen Internet und hilft beim Anschluss.
Kabel mieten
Auch die kürzeren Verbindungen werden meist nicht selbst verlegt -
wie innerhalb eines Gebäudes -, sondern gemietet. Die Universität
Gießen muss also keinen Bagger engagieren, der einen Graben bis Frankurt
buddelt und ein Kabel darin versenkt, sondern sie mietet - möglicherweise
von der Telekom - eine ständige Verbindung zum Provider.
Standleitung und Wählleitung
Eine solche ständige Verbindung nennt sich "Standleitung" -
das Gegenteil ist eine "Wählleitung". Für das Telefon
ist das schnell erklärt: Stellen Sie sich vor, Sie telefonieren hauptsächlich
mit Ihrem besten Freund oder mit Ihrer besten Freundin und haben eine recht
hohe Rechnung jeden Monat. Ein Auftrag an die Telekom, und sie schaltet
diese Verbindung fest - die Telefonleitung zum Freund bzw. zur Freundin
steht, egal ob sie den Höhrer aufgelegt haben oder nicht. Ein Festpreis
von (je nach Entfernung) z.B. 100 DM, und Sie können telefonieren,
so viel und so lange sie möchten. Der Nachteil ist natürlich,
dass Sie mit Ihrem Telefon nie wieder jemand anderen anrufen können
- dafür bräuchten Sie dann einen zweiten Anschluss, eine Wählleitung
neben Ihrer Standleitung. Deswegen ist für den privaten Zugang ins
Internet wohl bislang ausschließlich die Wählleitung interessant.
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Freie Leitungen dank Zerstückelung: TCP/IP und
Datenautobahn
Technische Geräte versenden nur Zahlenströme. Haben Sie schon
mal einen Anruf von einem Fax-Gerät erhalten? Diese Töne muss
man erst mal interpretieren - verstehen - können. Auch ein Computer
versteht nicht auf Anhieb den Zahlenstrom, der für ein Faxgerät
gedacht ist. Es muss auf dem Computer ein Programm laufen, das die ankommenden
Zahlen richtig interpretiert. Während vielleicht die ersten vier Zahlen
eines Datenpaketes den Empfänger bezeichnen, könnten beim Fax
die ersten vier Zahlen sagen, mit welcher Geschwindigkeit übertragen
werden soll. Die beiden Geräte müssen also vereinbart haben,
was die Zahlen bedeuten: Sie müssen das gleiche Protokoll eingestellt
haben.
Alle Computer, die im Internet angeschlossen sind, beherrschen das Protokoll
TCP/IP (IP heißt Internet-Protokoll). Alle Computer meint: Es
ist egal, ob es eine IBM-Großrechner-Anlage, ein Novell-Netz, eins
von Macintosh oder eins unter Windows ist - dieses Protokoll kennen alle.
Damit ist die Grundlage geschaffen, dass sich völlig unterschiedliche
Computersysteme verständigen können.
Gleichzeitig sorgt dieses Protokoll auch noch für "freie Leitungen":
Wie oft ärgert man sich z.B. beim Telefonieren über ein Besetzt.
Auch wenn ein Faxgerät sendet und ein anderes empfängt, ist diese
Leitung für die Zeit der Übertragung belegt. Für die Vernetzung
mehrerer Computer hat man sich deshalb etwas einfallen lassen: Der Datenstrom
wird in kleine Pakete zerlegt, die sich einzeln auf die Reise machen.
Jedes Daten-Paket kann man sich wie ein Auto auf der Straße vorstellen:
Zwischen zwei Autos ist die Fahrbahn wieder "frei". Von verschiedenen Computern
können nun unterschiedliche Daten "gleichzeitig" über eine Leitung
transportiert werden - wie sich viele Autos an den Auffahrten in den Verkehr
auf der Autobahn einordnen.
Dabei spielt natürlich die Kapazität der Leitung eine entscheidende
Rolle für die Geschwindigkeit - ob im Vergleich die Autobahn zwei-,vier-
oder sechsspurig ausgebaut ist. Wenn also meine Datei in 1000 Datenpakete
zerlegt auf die Reise geht, kann es durchaus lange dauern, bis auch das
letzte seinen Weg auf die Datenautobahn gefunden hat und zwischen den Paketen
von anderen Computern zum Ziel gelangt - der berühmte Stau auf
der Datenautobahn zu bestimmten Tageszeiten.
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Der Router als Pfadfinder - Vom Sender zum Empfänger
finden
Ein Datenpaket von Gießen nach New York muss in dem Labyrinth der
Rechner seinen Weg erstmal finden. Dafür hat jeder Rechner im Internet
eine eigene Adresse für das Internet-Protokoll(IP-Adresse),
die aus vier Zahlen von 0 bis 255 besteht, z.B. "192.168.101.254" - Da
niemand Lust hat, sich solche Zahlen zu merken, bekommen die Rechner zum
Teil Namen zugeordnet - etwa "www.wettenberg.de". Dabei steht der hintere
Teil "de" für "Deutschland", der mittlere "wettenberg" für eine
Firma oder Organisation - hier die Gemeinde Wettenberg - und der vorderste
"www" für einen bestimmten Rechner dieser Organisation. Ein Rechner,
auf dem die Organisation Informationen für das Internet veröffentlicht,
wird heute üblicherweise "www" genannt (für "world wide web",
er kann aber auch anders heißen).
Solche Namen müssen in die eigentliche Internet-Adresse umgesetzt
werden. Dies leisten sogenannte Name-Server, die in ihren Tabellen
nachschauen, welche IP-Adresse zu dem Namen gehört. Hiervon merkt
der Anwender überhaupt nichts, lediglich beim Einrichten eines Internet-Zugangs
müssen eventuell entsprechende Informationen einmalig eingetragen
werden.
Ebenso wenig merkt der Anwender von den Routern. Das sind Computer,
die praktisch nur die Aufgabe haben, Datenpakete weiterzuleiten. Er entscheidet
also als erstes anhand einer Tabelle, ob die IP-Adresse sich im Hause befindet
oder das Unternehmen verlassen soll. Dann sendet es meinetwegen alle Pakete
an die Adressen 192.x.x.x weiter zu einem Router in München, während
alle Pakete an 172.x.x.x nach Hamburg gehen und dort weiterverteilt werden.
Auch Mehrfachnennungen sind möglich, also dass die Pakete nach München
auch nach Zürich gehen gehen können, falls der Münchner
Router ausfällt oder überlastet ist. Dadurch können Pakete
der gleichen Datei durchaus völlig unterschiedliche Wege nehmen.
Stellen Sie sich einen großen Text, der übertragen werden
soll, als eine Reisegruppe von 100 Personen vor. Diese verteilen sich auf
25 Autos und machen sich auf den Weg. Jeder Fahrer sollte natürlich
das Ziel kennen. Denn erstens kann die Geschwindigkeit eine andere sein,
zweitens können die Autos auch einen anderen Weg zum Ziel einschlagen.
Entsprechend enthält jedes Paket des Textes Informationen über
Absender und Empfänger, darüber hinaus auch noch, welche Nummer
das Paket trägt - sonst käme der Text vielleicht als Puzzle-Aufgabe
an.
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Die Einwählverbindung - "Privatleute" im Internet
Das Internet ist von seiner Grundkonzeption her auf Standleitungen aufgebaut.
Ein Angestellter geht in seine Firma, schaltet den Rechner ein und hat
Zugriff auf das Internet. Alle Kosten sind bereits bezahlt: Die Kabel im
Gebäude, der Rechner für die Verbindung ins Internet und die
Standleitung zum Provider. Der Angestellte zahlt nichts.
Nun wollen aber Unternehmen ihren Mitarbeitern ermöglichen, von
unterwegs oder von Zuhause aus weiter zu arbeiten. Deshalb stellt das Unternehmen
einen Rechner bereit, der mit Hilfe von Modems oder ISDN-Karten in der
Lage ist, Anrufe über das normale Telefonnetz entgegenzunehmen und
die Berechtigung des Anrufers zu prüfen. Dies verursacht wiederum
dem Unternehmen Kosten: ein Rechner und einige Modems oder ISDN-Karten.
Mit sechs Modems beim Unternemhen können dutzende Mitarbeiter versorgt
werden - es können halt nur sechs gleichzeitig mit ihrem eigenem Modem
anrufen (Telefonverbindung!). Dann zahlt der Mitarbeiter die Telefonkosten
von seinem Computer zu Hause bis zu dem des Unternehmens - der Rest ist
von der Firma bezahlt.
Warum sollte aber etwa irgendein Unternehmen mich - der ich mit der
Firma nichts zu tun habe - anrufen lassen, also Rechner bezahlen, Modems
bezahlen und noch ihre Standleitungen verstopfen lassen? Zum Glück
gibt es aber Provider, die sogar darauf spezialisiert sind, uns Privatpersonen
ins Internet zu lassen. Wir haben also immer zwei Kostenfaktoren: die Telefongebühren
an die Telekom und die Gebühren an den Provider.
Klar ist das Ziel für die Telekom-Gebühren: Ein Provider im
City-Tarif muss gefunden werden. Für die Provider-Gebühren gibt
es unterschiedliche Modelle: Stunden-Gebühren oder Monatspauschalen.
Wer halbwegs regelmäßig das Internet nutzen möchte, ist
mit einer Pauschale besser beraten. Außerdem werden Stundentarife
meist von den Anbietern gefordert, die neben dem Internet ein eigenes Netz
unterhalten: AOL, T-Online oder Compuserve. Wer ausschließlich ins
Internet möchte und nicht an den Angeboten von T-Online interessiert
ist, für den ist ein direkter Internet-Provider technisch sauberer
als der Weg über ein ganz anderes Netz ins Internet.
Die Entscheidung hängt insgesamt von den Nutzungsabsichten und
von den Angeboten an regionalen Providern ab: Ein billiger Provider im
Ferntarif nutzt gar nichts. 35 DM pro Monat an den Provider und 3 DM pro
(Abend-)Stunde an die Telekom - das ist momentan günstig, wenn man
nicht gerade weit ab vom Schuss wohnt. Daneben hat die Telekom seit neuestem
direkte Verbindungen ins Internet, die recht schnell sind. Dadurch wird
sie für "Gelegenheitsnutzer" wieder attraktiv.
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