Als die Polizei von ihrem Einsatz zurückkehrte, setzte sich Kommissar Kurbinski an seine Schreibmaschine und schrieb folgenden Bericht, so wie ihn ihm die Kinder geschildert hatten!
Die Kinder Bastian, Markus, Benni und Tommy, machten in einem kleinen Fischerdorf am Meer Ferien. Vergangenen Donnerstag hatten sie sich entschlossen, mit einem Ruderboot die Insel vor der Küste zu erforschen. Sie besaß einen Leuchtturm und schien unbewohnt zu sein. Die Insel, die etwas abseits lag, war von unter dem Wasser liegenden Felsen umgeben. Sie besaß auch eine kleine Bucht, die aber ziemlich versteckt zwischen den Felsen lag. Manche Leute nannten die Insel auch "Die Teufelsinsel". Sie hofften die Insel sicher zu erreichen. Die Kinder fuhren schon vor dem Frühstück los, da ihre Zeit ja nur begrenzt war. Frühstücken wollten sie dann auf der Insel.
Etwa 30m vor der Insel war das Boot auf ein Riff aufgelaufen. Sie sprangen ins Wasser und schwammen durch die tosenden Fluten, auf das sichere Land zu. Als sie das Ufer erreicht hatten, war von ihrem Ruderboot nichts mehr zu sehen. So rannten sie, vor Kälte zitternd, auf den Leuchtturm zu und versuchten einen Eingang in das alte Gemäuer zu finden. Da die Tür aber verschlossen war, beschlossen sie, sie einzutreten. Aber Bastian protestierte. Er hatte hinter einem Strauch ein Kellerfenster entdeckt. Dieses einzuschlagen war wesentlich leichter.
Drinnen im Leuchtturm war alles verstaubt. An der Tür entdeckten sie trotzdem Fußabdrücke auf dem Boden, die bis zu der gegenüberliegenden Wand führten. Die Kinder fragten sich, wer nur hier auf der Insel gewesen sein konnte? Ein Tourist sicher nicht! Was sollte der schon hier. Allerdings wäre die Insel der beste Platz für ein Verbrechernest, ging es den Jungen durch den Kopf. Dann sahen sie eine etwa zehn Meter hohe Leiter auf dem Boden liegen und oben an der Decke war ganz genau eine Luke mit einem Eisenring zu erkennen. Die Freunde stellten die Leiter auf und Tommy, der auch ihr Anführer war, kletterte hinauf. Oben fand er alle möglichen Konserven, ebenso Druckpressen und noch anderes Zeug. Er warf seinen Freunden ein paar von den Dosen und einen Dosenöffner herunter. Er schloß die Klappe und kletterte die Leiter hinunter. Dann legten sie die Leiter an ihren Platz zurück. Da ihnen dies alles ein wenig spanisch vorkam, beschlossen sie, sich jetzt eine Höhle zu suchten und Tag und Nacht den Turm nicht mehr aus den Augen lassen. Sie machten ein Feuer, trockneten ihre Kleider und aßen etwas.
Bastian übernahm als erstes die Nachtwache. Er brauchte nicht lange zu warten, als sich auch schon ein Lichtkegel schwankend auf den Leuchtturm zu bewegte. Er weckte Tommy und beide schlichen hinter einen Busch, der Nahe am Eingang des Leuchtturmes stand. Sie sahen drei Männer. Der eine hatte die Augen verbunden und die anderen zwei waren bewaffnet. Einer der beiden holte den Schlüssel hinter einem losen Stein hervor und öffnete die Tür. Tommy und Bastian folgten ihnen, aber nicht durch die Tür, sondern durch das zerschlagene Fenster.
Im Turm setzten sie sich auf die Kellertreppe und warteten. Sie sahen, daß die Männer dem Mann die Augenbinde abnahmen. Er war ein berühmter Professor, der Druckstöcke für Banknoten herstellte. Die bewaffneten Männer wollten von ihm die Druckstöcke für englische Zehn- und Zwanzig-Pfund Noten haben. Der Professor wollte dies nicht machen und sie knebelten und fesselten ihn so, daß er sich nicht mehr bewegen konnte. Sie sagten, daß sie in zwei Tagen wieder kommen würden, und daß er es sich bis dahin ja noch einmal richtig überlegen könnte, ob er die Druckstöcke nun herstellt oder nicht. Wenn er bis dahin immer noch nicht bereit wäre mit ihnen zusammenzuarbeiten, würden sie andere Methoden anwenden.
Dann verschwanden die Männer. Der Professor wurde von ihnen zurückgelassen.
Tommy und Bastian befreiten den Professor und gingen mit ihm in ihre Höhle, wo auch die anderen inzwischen wach geworden waren.
Am nächsten Tag hielt der Professor nach einer kleinen Quelle Ausschau, während sich die 4 Freunde auf die Suche nach der kleinen Bucht machten. Als sie die Bucht schließlich gefunden hatten, malten sie einen genauen Plan des Weges, um sie später schneller wiederfinden zu können. Auch der Professor hatte Glück und fand eine Quelle ganz in der Nähe der Höhle.
Am Abend saßen sie zusammen und überlegten, wie sie den Gaunern am besten das Handwerk legen könnten. Schließlich schoß Tommy ein genialer Plan durch den Kopf.
Am Abend des nächsten Tages mußten Bastian, Markus und Benni in der Höhle zurückbleiben, während sich Tommy und der Professor auf den Weg zum Leuchtturm machten. An der gleichen Stelle, an der sie den Professor gefunden hatten, knebelte Tommy ihn zum zweiten Mal. Sie brauchten nicht lange zu warten, bis die zwei Männer kamen. Sie entfesselten den Gefangenen wieder und der Professor meinte, daß er damit einverstanden wäre, die Druckstöcke anzufertigen. Als einer der Männer ihn aber bat, die Leiter hinaufzusteigen, sagte er mit schwacher Stimme, daß er die Leiter auf keinen Fall hinaufsteigen könne, da er ja zwei Tage nur auf dem Boden gelegen habe. Die Ganoven waren einverstanden. Es war ihnen egal, ob er oben oder unten arbeiten würde, Hauptsache er würde überhaupt arbeiten. Beide stiegen hinauf und als sie oben waren, gab der Professor der Leiter einen Stoß, so daß sie krachend zu Boden fiel. Da der Ganove mit seiner Waffe drohte, tat er so, als würde er die Leiter wieder aufstellen. Statt dessen warf er die Laterne um, so daß ihn die Ganoven in der Dunkelheit nicht mehr sehen konnten. Tommy, der alles mitverfolgt hatte, half nun dem Professor in den Keller. Oben ging eine wilde Schießerei los.
Vor dem Leuchtturm standen Bastian, Benni und Markus, die durch die Schüsse angelockt worden waren. Die vier Freunde gingen mit dem Professor in die kleine Bucht, wo das Motorboot der Männer ankerte. Die Ganoven konnten den Leuchtturm ja nun nicht mehr verlassen, weil die Leiter auf dem Boden lag und der Abstand vom Boden bis zur Luke mindestens 10 Meter betrug. Als sie wieder in dem kleinen Fischerdorf angelangt waren, gingen sie zur Polizei. Diese fuhr sofort zur Insel und verhaftete die zwei Ganoven, die fluchend abtransportiert wurden.
Kommissar Kurbinski heftete die Unterlagen ab, und war froh, daß der Fall so glimpflich ausgegangen war.
Katrin Dreßler