Es war Montagnachmittag als die Ladenglocke schellte, es traten eine brünette junge Frau und ein Junge in den Laden herein. Der Junge dessen Name Uwe war, schaute sich interessiert im Laden um. Nun blickte er in meine Richtung, zeigt dann auf mich und redete mit der Frau.
Da kam Frau Hansen, ihr gehörte der Laden. " Was wünschen Sie ? " hörte ich Frau Hansen fragen. Wieder zeigte Uwe auf mich. Frau Hansen holte mich aus dem Regal und stellte mich auf die Ladentheke. " Willst du wirklich einen Lederranzen haben ? Wo doch alle deine Freunde so einen haben ! " sagte die Frau und zeigte auf meine Kollegen aus Plastik. " Nein so einer gefällt mir nicht, ich finde einen Lederranzen viel schöner ! "So ein Kompliment hatte mir schon lange niemand mehr gesagt. " Also gut, nehmen wir den " hörte ich die Frau sagen. Sie bezahlte mich und ich wurde in eine Tüte gepackt. Frau Hansen gab Uwe die Tüte.
Uwe trug mich zum Laden hinaus und zum Auto. Als Uwe und ich hinter dem Auto standen, öffnete die Frau den Kofferraum. Sie nahm Uwe die Tüte mit mir aus der Hand und ich flog ehe ich wußte wie mir geschah unsanft in den dunklen Kofferraum. Ich hörte wie Uwe und die Frau einstiegen und wie das Auto losfuhr.
Nach einer Weile hielt das Auto, aber niemand stieg aus oder öffnete den Kofferraum. Da fuhr das Auto weiter, ich wurde durch den Ruck beim Anfahren hart gegen die Kofferraumwand geworfen. Endlich hielt das Auto und ich hörte wie jemand ausstieg. Der Kofferraum wurde geöffnet . Die Frau drückte mich Uwe in die Hand. Uwe trug mich in sein Zimmer und ich bekam einen Platz neben dem Schreibtisch. Nun ging Uwe aus dem Zimmer. Er kam in wenigen Minuten zurück und hatte die Arme voll von Heften, Ordnern, Bücher und sonst noch allerlei Sachen. Er stopfte, die Sachen in mich hinein und ging noch einmal weg um noch ein Buch zu holen das er vergessen hatte.
Es wurde Abend und Uwe mußte ins Bett, auch ich ging schlafen und träumte von all den Dingen die ich noch mit Uwe erleben wollte. Am nächsten Morgen wurde ich unsanft geweckt, Uwe schnappte mich lief durch den Flur zur Küche wo die Frau, von der ich jetzt wußte das sie seine Mutter war, ihm ein Pausenbrot in die Hand drückte. Uwe rannte mit mir zur Bushaltestelle im Ort, wir kamen gerade noch rechtzeitig bevor der Bus abfuhr. Man war daß ein Gedränge im Bus, immer wieder wurde ich von fremden Füßen in harte Turnschuhen getreten. Dann als wir fast in der Schule angekommen waren hatte doch einer die Dreistigkeit sich auf mich zusetzen. Ich wollte diesen unverschämten Flegel auf mir gerade mit meinen Schnallen zwicken, da hielt der Bus. Uwe und ich stiegen schnell aus.
Wir gingen ins Klassenzimmer. Uwe stellte mich neben seine Bank. Jetzt kligelte es und ein Mann kam herein. Uwe und alle anderen Kinder begüßten den Mann. Nun teilte der Mann Blätter aus, dabei sagte er Mathematikarbeit, dieses Wort hatte ich noch nie gehört und ich grübelte die ganze Stunde, was für eine Bedeutung dieses Wort wohl haben mag. Da kligelte es wieder und die Kinder gaben ihre Blätter die sie fleißig beschrieben hatten ab.
Der Mann ging und ein anderer kam, so ging es noch vier- oder fünfmal. Dann klingelte es und alle Kinder liefen laut gröhlend aus dem Raum zum Bus. Diese Busfahrt war nicht so schlimm wie die erste, denn Uwe hatte diesmal einen
Sitzplatz neben seinem Freund Mark. " Das ist aber ein schöner Ranzen ." hörte ich Mark sagen. Da dachte ich bei mir : Hoffentlich sind viele Kinder so nett wie Uwe und Mark und nicht solche Bengel wie der im Bus.
Zu Hause angekommen, stellte mich Uwe neben den Schreibtisch. Da stand ich nun die ganze Zeit während er Hausaufgaben machte. Nach einer Weile schlief ich ein und träumte davon, was ich wohl morgen erleben würde.
von Sarah Jane Dulitz