Freitag, der 13

Sorglos wie immer stand Herr Schlüter auf. Da fiel sein Blick auf den Kalender. Voller Schreck stellte er fest, daß heute Freitag, der 13. war. Ängstlich ging er ins Bad um sich zu rasieren . Da passierte ihm auch schon das erste Mißgeschick.Er hatte sich gerade Wangen und Kinn eingeseift, als ihm der Handspigel, den er gewöhnlich zum Rasieren gebrauchte, aus der Hand fiel. Herr Schlüter, der extrem abergläubich war, bekam natürlich einen gewaltigen Schreck als er das klirrende Geräusch, welches der Spiegel der auf dem Boden aufschlug verursachte, vernahm. "Oh, nein, daß nicht auch noch." stöhnte Herr Schlüter voller Unbehagen, während er die Scherben auflaß.

Als Herr Schlüter sich angezogen hatte, holte er sein Fahrrad aus der Garage und radelte ins Dorf um sich beim Bäcker ein Brot zu holen. Vor dem Bäckerladen angekommen stellte Herr Schlüter seinen Drahtesel ab und ging in den Laden. Der Bäcker, ein alter Bekannter von Schlüter, begrüßte ihn herzlich. Herr Schlüter kaufte sein Brot und unterhielt sich noch eine Weile mit den Bäcker über sein Mißgeschick von heute morgen. Dieser lachte nur und meinte: "Mach dich doch nicht lächerlich Franz." Herr Schlüter entgegnete darauf: "Wart´s nur ab, heute ist ein Unglückstag und auch du bekommst es noch zuspüren! " Mit diesen Worten verließ er den Laden.

Er wolte sein Fahrrad vom Ständer nehmen. Da bemerkte er, daß sein Drahtesel verschwunden war. Suchend schaute er sich um, ob sich jemand einen Scherz mit ihm erlaubte. Er lief auf die andere Straßenseite und suchte dort. Er suchte in einer Seitenstraße, fand sein Fahrrad aber nicht. Schließlich kam er zu dem Schluß, das ihm jemand sein Fahrrad geklaut hatte. Nun mußte er wohl oder übel nach Hause laufen. Laut fluchend machte er sich auf den Weg . Er ließ gerade das Dorf hinter sich, als er ein Miauen vernahm. Ängstlich sah er sich um und erschauderte vor dem was er erblickte. Hinter ihm saß eine pechschwarze Katze, diese fauchte ihn an und verschwand so lautlos wie sie gekommen war. Mit Unbehagen ging Herr Schlüter weiter.

Zu Hause angekommen wollte er die Haustür aufschließen, fand den Schlüssel aber nicht. Deshalb ging er ums Haus in der Hoffnug das ein Kellerfenster offen wäre. Er hatte Glück ein Fenster war offen. Er lief darauf zu und das dritte Mißgeschick des Tages war passiert. Herr Schlüter war unter seiner Leiter durchgelaufen. Ärgerlich über sich selbst, stieg er durch das Fenster ins Haus. Drinnen angelangt stellte er fest, daß er seinen Schlüssel in der Küche liegen gelassen hatte. Er steckte ihn ein und ging die Treppe hinunter, schloß die Haustür auf und trat heraus, dabei verfehlte er die zweite Stufe der Treppe die hinaus führte.

Als Herr Schlüter wieder zu Bewußtsein kam, befand er sich im Krankenhaus der Stadt, Runkelhausen. Eine Nachbarin hatte beobachtet wie er die Treppe hinnunter gefallen war und hatte den Krankenwagen gerufen. Im Krankenhaus hatten sie Herrn Schlüter untersucht und hatten Gott sei Dank nur ein paar Prellungen und Schrammen gefunden. Herr Schlüter war froh, daß ihm nichts Schlimmes wiederfahren war und daß nicht jeder Freitag ein 13. ist.

Sarah-Jane Dulitz

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